Auf einen Blick: Der SPD-Antrag zur Schaffung öffentlicher Toilettenanlagen hat sich gelohnt. Der Ausschuss für Soziales, Bildung und Sport hat beschlossen, dass die Verwaltung konkrete Kosten und Betriebsmodelle zunächst für Stadtpark und Grüne Mitte Hochmoor ausarbeitet. Die SPD-Fraktion pocht dabei auf einen intensiven Austausch mit den angrenzenden Schulen und auf eine zeitnahe Entscheidung, da der Bedarf in Stadtpark und Grüner Mitte unzweifelhaft vorhanden ist. Eine Lösung für den Rodelberg soll im Rahmen der Überplanung des Berkeltals mitgedacht werden.
„Uns ist wichtig, dass wir jetzt nicht in eine jahrelange Warteschleife geraten“, sagt Christian Fuchs (SPD). „Der Bedarf im Stadtpark und in der Grünen Mitte ist klar erkannt, deshalb müssen wir zügig zu einer Lösung kommen. Das geht aber nur, wenn wir alle Beteiligten ernst nehmen, allen voran die Schulen mit ihren berechtigten Sicherheitsbedenken. Eine gute Lösung braucht Zeit für den Dialog, aber keine Verzögerung ohne Grund.“

Der Antrag: Sanitäre Grundversorgung für zentrale Begegnungsorte
Ausgangspunkt war eine einfache Beobachtung: Immer mehr Menschen nutzen die Grüne Mitte in Hochmoor, den Stadtpark und den Spielplatz am Rodelberg als Treffpunkt und Naherholungsraum. Was jedoch fehlt, sind öffentliche Toiletten. Die Folge: Besucherinnen und Besucher weichen auf umliegende Grünflächen aus, was weder für sie noch für die Anwohnerschaft eine gute Lösung ist.
Die SPD-Fraktion forderte deshalb, dass die Verwaltung ein Konzept erarbeitet, mögliche Standorte und Ausführungsformen darstellt, Kosten für Bau und Unterhalt aufzeigt und auch kurzfristige oder temporäre Lösungen prüft.
Die Antwort der Verwaltung: Eine gründliche Bestandsaufnahme
Die Verwaltung legte dem Ausschuss eine umfassende Analyse vor. Zunächst wurde der Status quo im Stadtgebiet erfasst: An vielen Kultur- und Sporteinrichtungen sowie Festplätzen gibt es bereits sanitäre Angebote, etwa am Museumshof, an der Bücherei oder auf dem Parkplatz an der Fabrikstraße. Auf Spielplätzen und in Grünanlagen dagegen fehlen solche Einrichtungen bislang komplett.

Als Orte mit deutlichem Bedarf identifizierte die Verwaltung neben dem Stadtpark auch die Grüne Mitte in Hochmoor (s. o.). Für beide Standorte wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert – darunter freistehende WC-Module sowie die Integration in bestehende oder neu zu errichtende Gebäude, etwa im Zuge der Sanierung der von-Galen-Schule oder in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde in Hochmoor.
Für den Niedrigseilgarten auf dem Gelände der Stiftung Haus Hall sah die Verwaltung aufgrund der hohen Kosten für den Abwasseranschluss (rund 160.000 Euro insgesamt) keinen vertretbaren Weg. Für den Spielplatz am Rodelberg empfahl sie, die Planungen zunächst zurückzustellen, da Teile der möglichen Flächen im Überschwemmungsgebiet liegen und hoher Grundwasserstand die Umsetzung erschwert.
Das Ergebnis der Beratung: Nachschärfung statt Verzögerung
Der Ausschuss ist dem Vorschlag der Verwaltung grundsätzlich gefolgt, hat ihn aber an entscheidenden Stellen nachgeschärft:
- Bessere Entscheidungsgrundlage gefordert: Die Verwaltung soll zunächst konkrete Kosten und Betriebsmodelle für die einzelnen Standorte ausarbeiten, damit der Rat auf einer soliden Grundlage entscheiden kann.
- Kritik an der Schullösung: Besonders kritisch bewertet wurde die angedachte Anbindung einer Toilettenanlage an die von-Galen-Schule. Die Schule selbst verwies auf ihr Schutzkonzept und machte deutlich, dass der Zugang schulfremder Personen zum Gelände grundsätzlich problematisch ist.
- Enger Austausch mit den Schulen: Die SPD-Fraktion betonte, dass bei der weiteren Planung im Stadtpark und in der Grünen Mitte Hochmoor ein intensiver Dialog mit den betroffenen Schulen geführt wird. Ihre Bedenken müssen ernst genommen und in die Planung einbezogen werden.
- Zeitnahe Entscheidung statt Verzögerung: Unabhängig von offenen Kostenfragen hat die Fraktion betont, dass der Bedarf für Stadtpark und Grüne Mitte unzweifelhaft besteht und es jetzt darauf ankommt, zeitnah zu einer Entscheidung zu kommen.
- Rodelberg im Blick behalten: Eine Lösung für den Spielplatz am Rodelberg soll nicht aus dem Blick geraten, sondern im Rahmen der anstehenden Überplanung des Berkeltals mitgedacht werden.
Für die SPD-Fraktion ist klar: Der Bedarf ist erkannt, jetzt geht es darum, die Planungen zügig voranzutreiben – im Dialog mit allen Beteiligten und mit einem klaren Blick auf die Bedürfnisse der Menschen, die diese öffentlichen Räume täglich nutzen.

